Kreativseminar

Im Bild gesprochen

Eine Besonderheit beim Kreativ – Workshop, den wir am 22.-23.08.20 in der Akademie in Sankelmark durchgeführt haben, ist die Mischung der Teilnehmer*innen aus trauernden Vätern und Müttern, erwachsenen Geschwistern, Partnern und Trauerbegleitern. Die Perspektiven auf ein verstorbenes Kind und das Erleben des Verlustes innerhalb der Familie sind verschieden ebenso die Zahl der zurückliegenden Trauerjahre.

Durch Sprachbilder und durch Bildsprache die eigene Trauer in Bewegung zu setzten war für alle eine Herausforderung. Ein methodisches und emotionales Abenteuer, auf das sich alle unter Anleitung der beiden Referenten einlassen können.

Karin Grabenhorst nimmt Berührungsängste vor Leinwand, Pinsel und Farben. Sie regt an, sich in drei Zeitebenen hinein zu fühlen: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft in der Trauer um den verstorbenen Menschen. In welchen Farben lassen sich die Zeitebenen auf der Leinwand darstellen? Welche Motive oder Symbole, welche Perspektiven und Linien, welche Statik oder Dynamik bringen die Trauer ins Bild?

Volker Friederichsen führt mit Worten und Zitaten durch vier verschiedene Räume der Trauer.
Ich – Du – Wir – die Anderen – nähern sich immer wieder neu an um sich wieder voneinander zu entfernen. Schrittweise führt der Weg in die Tiefenschichten der eigenen Emotionen. Immer größer werdende Kreise leiten auch von mir weg und in die Weite. Neue Begegnungen und größeren Zusammenhänge des Lebens werden zeichnen sich ab: Bis der Weg vielleicht wieder nach Innen führt. Es bleibt ein Ausprobieren: Stilmittel der Sprache nutzen, Wortbilder finden, drehen und wenden, bis sie passend sind und in die Welt gelassen werden können.

Die Bilder und Texte sind unvollendet. Die Gruppe wird weiter daran arbeiten. Angestrebt wird eine Veröffentlichung der Werke, um andere zu ermutigen, der eigenen Trauer mal ganz anders zu begegnen.